Monat: April 2025

  • Eingewöhnung

    Der Eintritt in die Kita oder Tagesfamilie ist für viele Kinder und Eltern ein bedeutender Schritt. Eine gut durchdachte Eingewöhnung ist entscheidend, damit sich das Kind sicher fühlt und eine stabile Bindung zur Betreuungsperson aufbauen kann. In der Tagesfamilie Chlini Wält wird das Berliner Modell verwendet, das eine schrittweise Anpassung ermöglicht.

    Eine gute Eingewöhnung ist die Basis für eine erfolgreiche Zeit in der Kita oder Tagesfamilie. Das Berliner Modell hilft, den Prozess strukturiert und kindgerecht zu gestalten. Wichtig ist, dass Eltern mit der Betreuungsperson zusammenarbeiten und sich auf die individuellen Bedürfnisse ihres Kindes einlassen. 

    Mit Geduld, Verständnis und Vertrauen gelingt der Start in diesen neuen Lebensabschnitt optimal.

    DAS BERLINER MODELL

    Das Berliner Eingewöhnungsmodell basiert auf der Annahme, dass Kinder eine individuelle Zeitspanne benötigen, um sich an eine neue Umgebung zu gewöhnen. Es dauert in der Regel zwischen zwei und vier Wochen und gliedert sich in verschiedene Phasen:

    1. Die Grundphase (erste drei Tage)

    • Ein Elternteil begleitet das Kind in die Kita oder zur Tagesfamilie.
    • Das Kind kann die neue Umgebung erkunden, während die Eltern anwesend sind.
    • Keine aktive Trennung. Die Eltern sollten sich zurückhaltend verhalten, aber erreichbar bleiben.
    • Die Betreuungsperson beginnt, vorsichtig Kontakt aufzunehmen.

    2. Die erste Trennungsphase (ab dem vierten Tag)

    • Ein erster kurzer Trennungsversuch von 10/15 Minuten findet statt.
    • Zeigt das Kind grosse Unsicherheit oder Weinen, das nicht zu beruhigen ist, wird die Trennung verkürzt und am nächsten Tag erneut probiert.
    • Reagiert das Kind gelassen oder lässt sich schnell von der Betreuungsperson beruhigen, kann die Trennungszeit langsam gesteigert werden.

    3. Die Stabilisierungsphase

    • Die Zeiten ohne Eltern werden nach und nach verlängert.
    • Die Betreuungsperson übernimmt zunehmend die Versorgung des Kindes (z.B. Essen, Wickeln, Schlafen).
    • Die Eltern bleiben weiterhin erreichbar.

    4. Die Schlussphase

    • Das Kind bleibt längere Zeit allein in der Betreuung.
    • Die Eltern verabschieden sich klar und kurz, ohne lange Verzögerungen.
    • Das Kind hat eine stabile Beziehung zur Betreuungsperson aufgebaut und fühlt sich wohl.

    Als Fachperson in der Kinderbetreuung möchte ich betonen, dass die Eingewöhnung eine entscheidende Phase ist, die Eltern ernst nehmen und aktiv unterstützen sollten. Leider erlebe ich oft, dass Eltern denken, vier Wochen seien zu lang oder dass ihr Kind innerhalb von ein bis zwei Wochen eingewöhnt sein muss, weil sie wieder arbeiten möchten.

    Doch liebe Eltern, so funktioniert es nicht! Die Eingewöhnung ist für euer Kind, nicht für euren Zeitplan. Wenn ein Kind zu früh und ohne eine stabile Bindung zur Betreuungsperson in der Kita oder Tagesfamilie bleiben muss, kann das zu Unsicherheit, Stress und Trennungsangst führen. 

    Respektiert die Zeit eurer Kinder und plant die Eingewöhnung mit Bedacht! Je besser ihr euch organisiert und euch auf die Bedürfnisse eures Kindes einstellt, desto reibungsloser wird dieser wichtige Übergang gelingen.

    Hier paar Tipps für eine erfolgreiche Eingewöhnung:

    • Geduld haben: Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Manche gewöhnen sich schnell ein, andere brauchen länger.
    • Feste Rituale einführen: Ein vertrauter Abschiedsgruss oder ein Kuscheltier kann dem Kind helfen.
    • Vertrauen ausstrahlen: Kinder spüren die Emotionen der Eltern. Eine positive Einstellung erleichtert den Prozess.
    • Klar verabschieden: Ein kurzer und liebevoller Abschied ist besser als langes Zögern.
    • Kleinschrittig vorgehen: Sollte das Kind überfordert sein, kann die Eingewöhnung verlangsamt werden.

    War dir dieses Thema bereits vertraut, oder hast du heute etwas Neues gelernt? Ich hoffe, dieser Artikel war hilfreich und interessant für dich!

  • Muttermilch – Was tun, wenn mein Kind noch gestillt werden möchte?

    Die Tagesfamilie Chlini Wält unterstützt Familien in allen Bereichen. Wenn dein Kind noch gestillt wird, ist das bei uns kein Problem. Wir bieten euch ruhige Räume, in denen ihr dieses vertraute Ritual in aller Ruhe geniessen könnt. 

    Nicht alle Frauen haben die Möglichkeit zu stillen, auch ich konnte es nicht. Wenn du jedoch stillen kannst, geniesse und schätze diese besondere Zeit. 

    PS: Jede Mama ist ein wundervolles Geschenk für ihr Baby. Stillen oder nicht stillen bestimmt weder den Wert einer Mutter noch die tiefe Verbindung zu ihrem Kind. Wenn du nicht stillen kannst und dieser Artikel für dich nicht relevant ist, fühl dich bitte nicht weniger wichtig. Jede Mama gibt ihrem Baby das Beste ganz unabhängig davon, welche Milch es bekommt.

    Stillen ist wertvoll, denn es bietet deinem Baby viele gesundheitliche, emotionale und entwicklungsfördernde Vorteile:

    • Optimale Nährstoffe – Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die das Baby in den ersten Monaten braucht.
    • Stärkung des Immunsystems – Sie enthält Antikörper, die das Baby vor Infektionen, Allergien und Krankheiten schützen.
    • Bessere Verdauung – Muttermilch ist leichter verdaulich als künstliche Milch.
    • Geringeres Risiko für Krankheiten – Gestillte Babys haben ein geringeres Risiko für Mittelohrentzündungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht.

    Stillen ist optimal für das Baby, aber wenn die Mutter arbeiten muss, ist es nicht immer möglich. Sie kann jedoch Milch abpumpen und diese in die Tagesfamilie mitbringen.

    Weisst du, wie ein Muttermilch-Schoppen am besten zubereitet wird?

    1. Hände waschen und Fläschchen reinigen
      • Hände gründlich mit Seife waschen.
      • Fläschchen, Sauger und Deckel in heissem Wasser oder im Sterilisator reinigen.
    2. Muttermilch richtig lagern
      • Im Kühlschrank (max. 4°C): bis zu 3 Tage
      • Im Gefrierschrank (-18°C oder kälter): bis zu 6 Monate
    3. Muttermilch richtig erwärmen
      • Nicht zu heiss! Muttermilch sollte schonend auf max. 37°C erwärmt werden.
      • Am besten im warmen Wasserbad oder mit einem Flaschenwärmer.
      • Nicht in der Mikrowelle, da sonst Nährstoffe zerstört werden und heisse Stellen entstehen können.
    4. Fläschchen nicht schütteln
      • Die Milch vorsichtig schwenken, nicht kräftig schütteln. So bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten.
    5. Temperatur prüfen
      • Bevor du dein Baby fütterst, teste die Temperatur! Die Temperatur (37°C) mithilfe eines Thermometers messen.
    6. Reste nicht wiederverwenden
      • Muttermilch, die einmal erwärmt wurde, sollte nicht erneut aufbewahrt oder eingefroren werden.

    So kannst du sicherstellen, dass dein Baby die wertvolle Muttermilch in bester Qualität bekommt!